09. February 2015 00:00

In Gedenken an Prof. Dr. Hubert Berens

Prof. Dr. Hubert Anton Berens wurde am 6. Mai 1935 geboren. Er studierte Mathematik an der RWTH Aachen und promovierte dort bei Paul Leo Butzer. Die Dissertation mit dem Titel "Approximationssätze für Halbgruppenoperatoren in intermediären Räumen" wurde 1964 fertiggestellt. Sein gemeinsames Buch mit Butzer über Halbgruppen von Operatoren ist auch heute noch ein Klassiker.

Nach seiner Habilitation über "Interpolationsmethoden zur Behandlung von Approximationsprozessen auf Banachräumen" hielt er sich mehrere Jahre in Santa Barbara und Austin auf, wo er mit George G. Lorentz ein Zentrum für Approximationstheorie gründete. Seine wissenschaftlichen Arbeiten aus dieser Zeit beschäftigen sich überwiegend mit Bernsteinpolynomen und positiven Operatoren.

1973 wurde Hubert Berens als Nachfolger von Wilhelm Specht zum ordentlichen Professor am Mathematischen Institut in Erlangen berufen, wo er die angewandte Mathematik vertrat und unter anderem die damalige RJE-Station aufbaute. In Erlangen betreute er sieben Dissertationen, die eine große Bandbreite von Teilgebieten der Approximationstheorie, seinem Arbeitsgebiet, widerspiegeln. Er betreute auch zahlreiche Gastwissenschaftler, die während ihres Besuches am Mathematischen Institut Teile ihrer akademischen Weiterbildung absolvierten. Dabei schränkte sich das Engagement seiner Betreuung nicht auf das rein Fachliche ein, sondern ging weit über das übliche Maß hinaus.

Hubert Berens war nicht viel an mathematischen Modeerscheinungen oder an seiner Selbstdarstellung gelegen, er konzentrierte sich stattdessen ausschließlich auf mathematische Substanz und war dabei offen und vielseitig interessiert. Er war immer deutlich, direkt und fair im Lob wie in der Kritik und gab sein Wissen großzügig und uneingeschränkt weiter. Oftmals leistete er wertvolle Anregungen und Beiträge zur Arbeit anderer, ohne sich dann als Koautor nennen zu lassen. Dieses Verhalten zu Mathematik und Wissenschaft prägte seine Schüler, denen er ein echter Doktor"vater" war, vielleicht noch mehr als das vermittelte mathematische Wissen.

Trotz seiner vielen Jahre in Franken vergaß Hubert Berens nie seine westfälischen Wurzeln.  Die den Westfalen nachgesagten Charaktereigenschaften beschreiben sein Handeln und Wirken in treffender Weise: geradlinig, ehrlich, konsequent und vollkommen uneitel. Mit dem Ende des Sommersemesters 2001 wurde Prof. Berens emeritiert, er verstarb am 9. Februar 2015.

Besser als sein langjähriger Koautor Yuan Xu kann man es nicht ausdrücken: "he was my mentor, co-author and, above all, a dear friend. This is a terrible loss."

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